SANKALPA. WIE ICH WERDE WAS ICH BEREITS BIN.

Die ersten Neujahrsvorsätze sind vielleicht schon weit die Donau hinuntergespült worden. So soll es sein, dass ich in der letzten Yogastunde meinen Yogis den Vorschlag machte ein persönliches SANKALPA zu finden. Dies können Sie sich in allen Pinkzebra Yoga Stunden als kleine Selbstumarmung am Beginn und am Ende der Stunde in Gedanken sagen. 

 

Alle meine Schlussworte sind gespeist von dem was aus der Energie, die sich im Raum befindet zu mir dringt, mein Herz berührt und was sich auszudrücken vermag. Manchmal findet es keine Worte und daher keinen Ausdruck. Dann trinken wir einfach unseren After Yoga Tea und gehen mit offenen Herzen in den Abend, und in die Tage bis wir uns wiedersehen. Manchmal jedoch überrascht mich der Ausdruck selbst. Über Sankalpa habe ich seit mehr als zwei Jahren meine zusammengetragene Recherche am Schreibtisch, aber es fand sich nie der richtige Moment darüber zu reflektieren, zu schreiben oder es in meinen Stunden einzubringen ohne das es gekünstelt erscheint oder wie ein To Do das abgetragen werden muss.  

 

Doch nun kam wohl einiges bei mir und meinen Yogis zusammen, das diesen leeren Pool “Sankalpa” mit frischen Wasser gespeist hat: A. hat eine Ausbildung zum Mentaltrainer begonnen, B. reist um die halbe Welt um unter Anleitung eines Life Coaches mit 10.000 Menschen über glühende Kohlen zu laufen, C. lernt Metta Meditation und besteigt damit Berge mit Leichtigkeit,… 

 

… und da saß ich am Mittwoch am Ende der Stunde unter der Buddha Statue und das Wort SANKALPA schwebte in meine Gedanken und in mein Herz und wollte raus.  

Sankalpa ist aus dem Sanskrit. Manchmal auch Samkalpa. Es bedeutet wörtlich übersetzt Wille, Wunsch, Ziel, Gedanke, Entschluss. Also so etwas wie unsere Neujahrsvorsätze, die schon im Schwarzen Meer schwimmen, wo sie es fein warm haben. Nun ja, nicht ganz so. Denn unsere Neujahrsvorsätze sind oft vom Ego gespeist, das gleichzeitig dagegen ankämpft. Also “Ich will zu rauchen aufhören. Das ist nicht so gesund. Da lebe ich dann länger und meine Familie hat mehr von mir. “ und gleichzeitig ruft da diese Stimme von hinten nach vorne “I wü a Tschick!”. 

 

Dein Sankalpa ist nur für dich. Du musst es mit niemanden teilen oder dich darüber austauschen. Du musst auch nicht angestrengt danach suchen. Mit offenen Herzen kommt es wahrscheinlich ganz automatisch zu dir. Es ist nicht notwendig deine Gehirnwindungen dafür anzustrengen. Folge einfach deiner Intuition. Und wenn es sich noch nicht zeigen will, übe dich in Geduld, aber immer mit einem geöffneten Herzen und Ohr, vielleicht will es ja morgen schon hervorkommen.  

 

Dein Sankalpa finden:  

Sankalpa ist dein Herzenswunsch (kein Egowunsch). Letztlich etwas sehr Simples und doch Tiefgründiges, etwas in dem du das Werkzeug bist um etwas zu verwirklichen, wovon dein Menschsein und auch deine Umgebung sich nähren können.  

Dein Sankalpa wird sich zeigen, wenn du dir regelmäßig Zeit, Ruhe und Entspannung gönnst und kommt dann meist als spontaner Impuls oder Gedanke zum Vorschein. Vielleicht schon in der nächsten Yoga- oder Meditations-Einheit. Aber keine Eile! Es geht darum dem Herzen zu folgen und nicht eine Antwort des Gehirns zu erzwingen.  

 

Dein Sankalpa formen: 

Formulier dann deinen Gedanken in einem kurzen prägnanten Satz, positiv und in der Gegenwart, so als hättest du deinen Herzenswunsch schon realisiert.  

Hier ein paar Beispiele:  

Ich bin voller Kraft und Energie.  

Ich bin gelassen und begegne alle Menschen freundlich.  

Mir geht es gut.  

Ich bin getragen von Wohlbefinden/Liebe/Freude/Frieden.  

Ich fließe mit Leichtigkeit und Würde durchs Leben.  

Ich lasse los was war.  

Ich akzeptiere was ist.  

Ich umarme mich selbst liebevoll.  

Mein Herz ist offen und frei.  

 

Dein Sankalpa nähren: 

Das wichtigste ist sich sein Sankalpa immer wieder in Erinnerung zu rufen. Sich die Phrase im Gedächtnis vorsagen, stärkt den Wunsch und bietet in jedem wachen Moment eine Gelegenheit der Realisierung. Es bedarf viel Achtsamkeit und Energie diesem Prozess im Alltag zu folgen, deshalb sei  

  • Geduldig mit dir, 
  • Akzeptiere dass es Hindernisse und Blockaden geben wird, die sich dir in den Weg stellen werden, 
  • Mach jeden Tag einen Schritt , 
  • Vergleiche dich nicht mit anderen, 
  • Sei freundlich zu dir selbst. 

Mach ein Ritual aus deinem Sankalpa, wenn es zu Beginn zu herausfordernd ist, es im Alltag als einfachen Gedanken immer wieder hervorzukehren. So kannst du bei diesen Gelegenheiten oder auch anderen deinen Wunsch ein paar Mal für dich formulieren mit sanfter Entschlossenheit und einer herzlichen Absicht: 

  • Am Beginn oder Ende der Yogastunde 
  • Am Ende der Meditation  
  • Beim Einschlafen 
  • Beim Aufwachen 

Hört sich jetzt vielleicht so einfach an, wie die Neujahrswünsche die Donau runter zu schicken. Aber manchmal ist die Entwicklung eines Sankalpa mehr der Natur im Frühling entsprechend – alles braucht seine Zeit, aber es wird.  

 

Wie eine Knospe die erscheint und wächst. Sich irgendwann mit aller Kraft öffnet und den Weg frei gibt für den ersten Blütenkreis. Dann sich weiter ausbreitet bis sie sich halb geöffnet vom Frühlingswind streicheln lässt und schließlich ihre vollkommene Blütenpracht zeigt an der wir uns alle erfreuen können.  

  • Die Knospe ist eine Gewohnheit loslassen => Ich bleibe heute rauchfrei. (Auch wenn ich gestresst bin und gerne losbrülle.)  
  • Der erste Blütenkreis ist deine Lebensqualität zu verbessern => Jeder frische Atemzug in der Natur, gibt mir Kraft und frische Energie. (Das gönne ich mir immer, wenn mich die Kollegen nerven, bevor ich losbrülle.) 
  • Die halbe Pracht entfalten ist sich um die Veränderung der eigenen Wesensmerkmale zu kümmern => Ich bin gelassen in jeder Lebenslage. (Auch wenn es stressig ist, werde ich nicht ruppig.) 
  • Die vollkommene Blütenbracht ist Ausdruck finden, für den Kern dessen, was du im Leben realisieren möchtest => Ich bin der Anker und Ruhepol für meine Umgebung. (Jeder in meinem Wirkungskreis kann davon profitieren.) 

So siehst du wie eine Gewohnheit Ausdruck von etwas ist, mit dem dein Ego nicht zurechtkommt. Es wirkt zerstörerisch und letztlich deinem eigenen Dharma (Lebenssinn) entgegen. Wir haben aber Zeit, das zu erkennen und langsam in eine Richtung zu wachsen, die uns unser eigentliches Sankalpa, die vollkommene Blütenbracht des Herzens, zeigt.  

 

Deshalb ist Sankalpa ein Prozess des ständigen Zuhörens. Was Herz, Geist und Ego uns sagen. Dein Herzenswunsch ist jedenfalls schon im JETZT präsent, wartend das du ihn siehst, hörst und fühlst. Weswegen es so wichtig ist achtsam zu sein in jedem Augenblick um zu erkennen was uns guttut und was nicht. Nämlich das was unser Herz sagt, während der Verstand hämmert und das Ego ruft. 

 

Während ich vom Laptop aufblicke um die Abschlussworte dieses Beitrags zu finden, fällt mein Blick auf ein Bild aus alten Tagen, das mich klein und schmal mit ausgebreiteten Armen auf einem irischen Strand im Sonnenschein zeigt. Hinter mir das Meer und dunkle Wolken. Damals habe ich noch geraucht... 

 

 

 

„DIE VORSTELLUNGSKRAFT IST DER ANFANG DER SCHÖPFUNG.

MAN STELLT SICH VOR,

WAS MAN WILL;

MAN WILL,

WAS MAN SICH VORSTELLT;

UND AM ENDE ERSCHAFFT MAN,

WAS MAN WILL.”

(GEORG BERNHARD SHAW)

 

 

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